Geschäftsentwicklung

Gesamtbeurteilung der Geschäfts-, Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage durch die Geschäftsleitung

Im Geschäftsjahr 2007 war die comdirect bank in allen Kompetenzfeldern sehr erfolgreich unterwegs. In einem insgesamt günstigen Marktumfeld haben wir mit unserem Leistungsspektrum die steigende Kundennachfrage – insbesondere nach Zins- und Vorsorgeprodukten – für die Bank nutzen können. Die Entwicklung der wichtigsten Werttreiber wie Kundenzahl und Produktnutzung hat unsere Erwartungen voll und ganz erfüllt. Das gilt auch für die Entwicklung der Ertragslage.

Durch das forcierte Wachstum der Bank mit seinem besonderen Fokus auf Wertpapierinvestments, Banking und Beratung hat sich zugleich die Ertragsbasis nochmals verbreitert. Die von den Trades unabhängigen Erträge – allen voran der Zinsüberschuss – sind signifikant angestiegen. Das ambitionierte Wachstumsprogramm comvalue haben wir erneut vollständig aus dem laufenden Cashflow finanziert. Der Anstieg der Verwaltungsaufwendungen, vor allem im Marketingbereich, macht deutlich, wie stark die comdirect im zurückliegenden Jahr in Wachstum investiert hat.

Aus heutiger Sicht steht das forcierte Wachstum auch in den folgenden Jahren auf einer soliden finanziellen Basis. Die Finanz- und Vermögenslage der Bank ist stabil, die Risikotragfähigkeit jederzeit gewährleistet.

Soll-Ist-Vergleich ausgewählter Kennzahlen im Geschäftsjahr 2007
Stand 2006 Ziel 2007 Ist 2007 Ziel erreicht?
Zinsüberschuss vor Risikovorsorge Mio. Euro   88,7 Anstieg 127,2 ja
Provisions-
überschuss
Mio. Euro   136,6 Stabilität/
Rückgang
152,7 übertroffen
Verwaltungs-
aufwendungen
Mio. Euro   135,6 180 – 190 187,4 ja
Ergebnis vor Steuern Mio. Euro   85,6 > 80 90,5 übertroffen
Einlagevolumen Mio. Euro 31.12. 4.627 Anstieg 7.686 ja
Kundenzahl   31.12. 804.690 Markantes
Wachstum
1.000.722 ja
Mehrprodukt-
nutzung
  31.12. 38 % Anstieg
(perspektivisch)
44 % ja
Mitarbeiterzahl   31.12. 732 Anstieg 824 ja

Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds

Auf einen Blick
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Geschäft der comdirect bank waren im Jahr 2007 in allen Kompetenzfeldern günstig. Die übergeordneten Branchentrends sind weiterhin intakt: Anleger nutzen für ihre Geldgeschäfte zunehmend das Onlinebanking, wobei häufig eine Richtungsentscheidung zugunsten der Direktbanken getroffen wird. Versicherungs- und Fondsprodukte spielen für die langfristige Geldvermögensbildung privater Haushalte nach wie vor eine wichtige Rolle. Die Notwendigkeit zusätzlicher privater Vorsorge und Alterssicherung rückt immer mehr ins Bewusstsein und führt zu einer stärkeren Nutzung der dafür geeigneten Produkte.

Die aktuelle Entwicklung der Rahmenbedingungen 2007 wurde vor allem in der zweiten Jahreshälfte durch die Verwerfungen im Subprime-Segment des US-Hypothekenmarkts beeinflusst. Hier waren in Zeiten niedriger Zinsen in großem Umfang Baufinanzierungen an Kreditnehmer mit geringer Bonität vergeben worden. Die Neubewertung am US-Hypothekenmarkt zog einen umfangreichen Wertberichtigungsbedarf auf Kreditengagements in diesen Bonitäten nach sich. Die hieraus resultierende Unsicherheit im Markt führte zu einer starken Risikoaversion der Banken und vorübergehenden Liquiditätsengpässen auf dem Geldmarkt, die mehrfache Interventionen der Europäischen Zentralbank erforderlich machten. An den Kapitalmärkten waren deutliche Ausweitungen der Zinsaufschläge (Credit Spreads sowie Liquiditätsprämien) von Unternehmens- gegenüber Staatsanleihen zu beobachten. Auf die comdirect bank wirkten sich diese Entwicklungen nur unwesentlich aus, da sie am Geld- und Kapitalmarkt als Anleger auftritt.

Auch unser Geschäft im Brokerage wurde bisher durch die Marktverwerfungen nicht negativ beeinflusst. Die wachsende Nervosität an den Märkten hatte insbesondere im dritten Quartal deutliche Kursausschläge zur Folge. Durch die hohe Volatilität waren die Sommermonate durch eine ungewöhnlich starke Handelsaktivität geprägt, die unsere Orderzahlen günstig beeinflusste. Im Jahresdurchschnitt hat die Orderaktivität je Depot die des Vorjahres um 8,2 % übertroffen.

Die anhaltend wachsende Nachfrage nach Vorsorgeprodukten wie Riester- und Rürup-Renten und der verstärkte Wunsch der Kunden nach Diversifizierung ihrer Portfolios wirkten sich positiv auf unser Geschäft in der Beratung aus.

Konjunkturelles Umfeld
Nach der Beschleunigung des wirtschaftlichen Wachstums im Vorjahr hat die Weltwirtschaft im Jahr 2007 ihr Wachstumstempo aufrechterhalten können. In der zweiten Jahreshälfte schwächte sich die Dynamik, unter anderem bedingt durch höhere Energiepreise, leicht ab. Innerhalb der Europäischen Union (EU 27) erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt nach vorläufigen Zahlen inflationsbereinigt um 2,9 % (Vorjahr 3,0 %).

Die deutsche Volkswirtschaft konnte mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts um 2,5 % fast an den Vorjahreswert (2,9 %) anknüpfen. Wachstumstreiber war neben erneut stark gestiegenen Exporten (+8,3 %) auch die Binnennachfrage, die um 1,1 % zunahm. Damit hat die Mehrwertsteuererhöhung die Konsumneigung weniger stark als von manchen Experten erwartet beeinflusst. Die Inflationsrate lag im Jahresmittel bei 2,2 %.

Auf dem Arbeitsmarkt setzte sich der positive Trend aus 2006 fort. Erstmals seit 1995 sank die Zahl der Erwerbslosen unter 3,5 Millionen; im Jahresdurchschnitt 2007 lag sie bei 3,6 Mio. und damit um 15 % unter dem Vorjahr. Demgegenüber stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 %. Aufgrund der wachsenden Beschäftigung erhöhte sich das verfügbare Einkommen um 1,6 %. Die Sparquote legte von 10,5 % auf 10,8 % zu. Hauptanlageformen waren Sparguthaben, Wertpapiere und Lebensversicherungen.

Die wirtschaftliche Situation der Unternehmen hat sich im Vergleich zum Vorjahr weiter verbessert. In Deutschland wie im europäischen Ausland stiegen Unternehmensgewinne und Gewinnerwartungen erneut an. Dies war eine wichtige Voraussetzung für die positive Entwicklung der Aktienmärkte.

Anlage in Wertpapieren
Trotz zwischenzeitlicher Kurskorrekturen aufgrund von Verwerfungen im US-Subprime-Segment haben sich die Aktienmärkte im Jahr 2007 sehr positiv entwickelt. Der DAX notierte zum Jahresende bei 8.067,32 Punkten und gewann damit im Jahresverlauf 22,3 %. Der deutsche Leitindex bewegte sich damit weit oberhalb der Konsensschätzung der Aktienstrategen deutscher Banken, die im Durchschnitt einen Anstieg um 6 % auf rund 7.000 Punkte prognostiziert hatten, und konnte auch den Dow Jones Industrial Average Index (+ 6,4 %) abhängen. Gut entwickelt haben sich ebenfalls Technologie- und Nebenwerte. Der TecDAX lag zum Jahresende 2007 um 30,2 % im Plus, der MDAX um 4,9 %.

Wegen des generellen Aufwärtstrends und zusätzlicher Chancen durch eine hohe Volatilität haben die Anleger nochmals aktiver gehandelt als im Vorjahr. Die Orderzahl am deutschen Kassamarkt übertraf – bei starken Zuwächsen im XETRA-Handel – den Vorjahreswert um 30,8 %, das Handelsvolumen legte um 41,2 % zu.

Hingegen beeinträchtigte die vorübergehend starke Marktnervosität die IPO-Tätigkeit am deutschen Finanzplatz. In den Segmenten Prime und General Standard fanden im Jahr 2007 insgesamt 37 (Vorjahr 49) Börsengänge (IPOs) statt. Der Entry Standard verzeichnete 43 IPOs nach 59 Börsengängen im Vorjahr. Insgesamt 21 IPOs konnten über die comdirect bank gezeichnet werden.

Auch an den Terminmärkten stieg das Handelsvolumen kräftig an. An der Terminbörse Eurex erhöhte sich die Zahl der gehandelten Kontrakte im Vergleich zum Jahr 2006 um 24,4 %. Damit fiel das Wachstum noch einmal stärker aus als im Vorjahr. Die höchsten Zuwächse verzeichneten erneut Futures auf Aktien und Aktienindizes – dies auch bedingt durch die zum Teil außergewöhnlich starken Marktvolatilitäten. Die Retailderivatebörsen blieben gleichfalls auf Wachstumskurs.

Die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfonds ist im Verlauf des Jahres 2007 zurückgegangen. In der zweiten Jahreshälfte zählte das Deutsche Aktieninstitut (DAI) nur noch 10,1 Mio. Aktionäre und Fondsbesitzer nach 10,5 Mio. im ersten Halbjahr. Besonders stark ging im selben Zeitraum die Zahl derjenigen Anleger zurück, die direkt in Aktien investieren: von 4,3 Mio. auf 3,8 Mio. Das war der niedrigste Stand seit 1996. Hingegen erhöhte sich die Zahl der Anleger, die ausschließlich in Aktienfonds investieren, von 6,2 auf 6,4 Mio. Nach Ansicht des DAI wirkte sich dabei auch schon die bevorstehende Abgeltungssteuer, die den Wechsel von der Direktanlage in andere Anlageformen begünstigt.

Den Wertpapierpublikumsfonds flossen im Jahr 2007 Mittel in Höhe von 24,2 Mrd. Euro zu. Gewinner waren – trotz zwischenzeitlicher Abflüsse durch die Liquiditätsengpässe am Geldmarkt – die Geldmarktfonds, gefolgt von den sonstigen Wertpapierfonds und Mischfonds. Hingegen zogen die Anleger aus den Aktienfonds in massivem Umfang Mittel ab. Die Mittelabflüsse summierten sich hier auf 14,2 Mrd. Euro nach 8,2 Mrd. Euro im Vorjahr. Bei Rentenfonds wurden ebenfalls Anteile in großem Umfang zurückgegeben.

Geldanlage und Kreditaufnahme
Die Rahmenbedingungen für das Einlage- und Kreditgeschäft waren im abgelaufenen Geschäftsjahr stark durch Zinsentscheidungen der Notenbanken sowie die Auswirkungen der Liquiditätsengpässe am Interbankenmarkt geprägt. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte den Leitzins in zwei Schritten im März und Juni 2007 von 3,5 % auf 4,0 %. Begründet wurde dies mit dem unerwartet kräftigen Wirtschaftsaufschwung in den 13 Euro-Ländern und der durch anhaltende Lohnzuwächse und steigendem Ölpreis drohenden Inflationsgefahr. Trotz dieser weiterhin bestehenden Gefahr beließ die Zentralbank den Zins in der zweiten Jahreshälfte auf diesem Niveau, um die Finanzmarktkrise nicht zu verschärfen. Die US-Notenbank sah sich aus demselben Grund veranlasst, den US-Leitzins in drei Schritten um einen ganzen Prozentpunkt abzusenken. Im Januar 2008 folgte eine weitere Senkung des US-Leitzinses in zwei Schritten um nochmals insgesamt 125 Basispunkte.

Während der Dreimonats-Euribor als maßgeblicher Geldmarktzins zumeist um 10 bis 20 Basispunkte oberhalb des europäischen Leitzinses verläuft, stieg er infolge der Marktverwerfungen deutlich an. Trotz einer Rückbildung im vierten Quartal notierte er zum Jahresende bei 4,68 % und damit 68 Basispunkte über dem Leitzins. Von dieser Entwicklung konnte die comdirect bank bei der Anlage der Kundeneinlagen profitieren.

Die Zinssteigerungen wirkten sich auch auf das Sparverhalten der privaten Haushalte aus. Wie bereits im Vorjahr wendeten sich Sparer vor allem Termineinlagen zu. Bis November 2007 stieg deren Volumen um rund 16,6 % und damit wesentlich stärker als die Sichteinlagen, die lediglich einen Zuwachs von 4,2 % verbuchen konnten. Der Effektivzinssatz für täglich fällige Einlagen privater Haushalte erhöhte sich im Zeitraum Dezember 2006 bis November 2007 von 1,49 % auf 1,84 %.

Das Volumen der von privaten Haushalten in Anspruch genommenen Kredite nahm in den ersten drei Quartalen 2007 um 1,0 % ab. Dieser leichte Rückgang betraf lang-, mittelund kurzfristige Kredite gleichermaßen.

Aufgrund der Zinsentwicklung veränderten sich die Konditionen der Banken im Kreditgeschäft. Wohnungsbaukredite an private Haushalte mit einer Zinsbindung von fünf bis zehn Jahren verteuerten sich von 4,60 % im Dezember 2006 auf 5,08 % im November 2007. Die Effektivzinssätze für Überziehungskredite nahmen im selben Zeitraum von 11,27 % auf 11,76 % zu.

Die Umlaufrendite festverzinslicher Wertpapiere stieg nach Berechnungen der Bundesbank von 3,9 % auf 4,3 %. Die Zinsstrukturkurve verläuft weiterhin sehr flach. Zehnjährige Anleihen waren zum Jahresende rund 40 Basispunkte höher verzinst als einjährige.

Vermögensplanung und finanzielle Vorsorge
Bei den Lebensversicherungen setzte sich im Jahr 2007 der Trend zu langfristig ausgerichteten Vorsorgeverträgen fort. Vorsorgeverträge mit rentenförmiger Auszahlung hatten nach einer Hochrechnung des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft bereits einen Anteil von rund 54 % am Neugeschäft der Lebensversicherer. Hier konnte die Riester-Rente mit einem Plus von 400.000 auf 2,4 Mio. Neuverträge an ihren Vorjahreserfolg anknüpfen, während sich das Neugeschäft bei Basisrentenverträgen (Rürup-Rente) verdoppelte.

Wegen des weiter wachsenden Bedarfs an zusätzlicher privater Absicherung und Altersvorsorge waren die Rahmenbedingungen für die Finanz- und Vermögensberater positiv. Dies auch vor dem Hintergrund, dass unverändert ein hoher Beratungsbedarf hinsichtlich der unterschiedlichen Produkte und ihrer steuerlichen Behandlung besteht. So belegt eine im November 2007 veröffentlichte Umfrage des Marktforschungsinstituts psychonomics, dass die Rürup-Rente nur einem Viertel der Befragten in der Kernzielgruppe der Selbstständigen und Freiberufler bekannt ist.

Europäischer Leitzins und Euribor 2005 - 2007
Branchenentwicklung
Die Gruppe der Internet-Nutzer hat sich auch im Jahr 2007 vergrößert. Laut Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) gehen 63 % der deutschen Wohnbevölkerung zumindest gelegentlich online. Der Anstieg der Nutzerzahlen wurde auch durch die sinkenden Kosten für die Internet-Nutzung beeinflusst. Im Jahresdurchschnitt lagen die Preise um 5,3 % unter dem Niveau des Jahres 2006.

Laut einer im Mai 2007 veröffentlichten Studie des Nachrichtenmagazins Focus erwerben bereits 33,5 % der Bankkunden ihre Finanzprodukte im Internet. Das mit Abstand am häufigsten genutzte Online-Bankgeschäft ist der private Zahlungsverkehr mit Online-Girokonten, mit großem Abstand gefolgt vom Aktien- und Fondshandel. 23 % der befragten online-affinen Bankkunden favorisieren für die Geldanlage einen Sparplan oder Sparvertrag, 15 % ein Termin-, Tages- oder Festgeldkonto.

Im Jahr 2007 hat sich der Wettbewerb im Onlinebanking weiter intensiviert. So offerieren mehr Anbieter als früher ein kostenloses Girokonto oder bewerben ein hoch verzinstes Tagesgeld, dessen Nutzung allerdings häufig einer Reihe von Einschränkungen hinsichtlich Anlagedauer und -betrag unterliegt. Auch in der Finanz- und Vermögensberatung haben sich die Herausforderungen des Wettbewerbs durch den Markteintritt neuer Anbieter erhöht.

Mit der Kombination von Online-Geschäft und der Beratung über Geschäftsstellen ist die comdirect bank im Wettbewerbsumfeld gut positioniert. Wie aus einer im November 2007 veröffentlichten Studie des Ipos-Instituts im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Banken hervorgeht, halten 59 % der Direktbankkunden eine persönliche Beratung für wichtig oder sehr wichtig.

Unsere mit dem Kölner Marktforschungsinstitut rheingold durchgeführte Studie „Kunden-Motive 2007“ kommt zu dem Ergebnis, dass emotionale Bindung und Vertrauen zu einer Bank von größerer Bedeutung sind als häufig angenommen. Das Bankformat der Zukunft muss daher schnelle Erreichbarkeit, sinnvolles Produktangebot und gute Konditionen mit individueller Ansprache und Orientierung verbinden.

Regulatorisches Umfeld
Die rechtlichen Rahmenbedingungen unserer Geschäftstätigkeit, vor allem beim Erbringen von Wertpapierdienstleistungen, haben sich durch das Finanzmarktrichtlinie- Umsetzungsgesetz geändert. Das Gesetz überführt die EU-weite Richtlinie über Finanzinstrumente (Markets in Financial Instruments Directive, kurz MiFID) in nationales Recht. Der Schwerpunkt der zum 1. November 2007 in Kraft getretenen Regelungen lag hier in der Umsetzung geänderter Verhaltens- und Informationspflichten. Neu ist die Pflicht zur Beurteilung der Angemessenheit vom Kunden erteilter Wertpapieraufträge auf Grundlage der bekannten Kenntnisse und Erfahrungen des Kunden mit solchen Wertpapiergeschäften. Ferner sind Kunden jetzt bei Eröffnung von Depots ausführlich über die Bank, ihre Dienstleistungen, ihren Umgang mit Interessenkonflikten sowie über von der Bank im Zusammenhang mit Kundengeschäften von Dritten erhaltene Zuwendungen zu informieren. Die comdirect bank hat im Geschäftsjahr 2007 verschiedene Maßnahmen zur Umsetzung der neuen Anforderungen ergriffen.

Die Neuregelung des Versicherungsvermittlerrechts, das im Mai 2007 in Kraft getreten ist, erfordert die gesonderte Ausbildung und Zertifizierung von Finanz- und Vermögensberatern, deren Tätigkeit sich auf die Vermittlung von Versicherungsprodukten erstreckt. Zusätzlich erweitern sich die Dokumentationspflichten. Da der überwiegende Teil der Berater der comdirect private finance die neuen Anforderungen bereits erfüllte, mussten nur sehr wenige Berater spezielle Qualifikationen nachholen und hierzu eine berufsbegleitende Ausbildung absolvieren (hier). Zur Erfüllung der geforderten Dokumentationspflichten waren die bereits hohen Dokumentationsstandards der comdirect private finance nur geringfügig anzupassen.

Markt- und Produktoffensive

Marke
Die erneut intensivierte Markt- und Produktoffensive hat im Geschäftsjahr 2007 zu einer messbaren Verbesserung von Markenprofil und -bekanntheit geführt. Die Markenbekanntheit legte sowohl gestützt als auch ungestützt zu. Die Empfehlungsbereitschaft unserer Kunden erreichte nochmals höhere Werte als im Vorjahr. Der Claim „Ihr Geld kann mehr“ wurde für die elektronischen Medien im dritten Quartal mit einem Soundlogo ergänzt und soll so noch bessere Aufmerksamkeitswerte erzielen. Über diesen Claim transportieren Kampagnen und Werbemittel zugleich die übergeordneten Markenwerte der comdirect bank: Wir überraschen die Kunden positiv und begeistern durch Höchstleistungen – hohe Produktqualität, erstklassigen Service sowie wegweisende, individuelle Lösungen – welche die komplexe Finanzwelt verständlich machen.

Bedeutende Auszeichnungen bestätigen im Jahr 2007 erneut die hohe Wertschätzung, die der comdirect von Kunden und Öffentlichkeit entgegengebracht wird.

Im Brokerage konnten wir gleich mehrere wichtige Preise gewinnen. Das Anlegermagazin Börse Online kürte die comdirect bank im Februar 2007 zum Gesamtsieger der Leserumfrage Online Broker 2006. In fünf von sechs Kategorien – Erreichbarkeit, Orderabwicklung, Kundenorientierung, Produktangebot sowie Internetauftritt und Infoangebot – belegten wir den ersten Rang. Die Leser des Anlegermagazins Der Aktionär ernannten die comdirect bank zum Onlinebroker des Jahres und hoben uns in punkto Servicequalität ebenfalls auf den ersten Platz. Bei brokerwahl.de verteidigten wir unsere Titel als Fondsbroker des Jahres und Zertifikatebroker des Jahres. Beim erstmals ausgelobten Onlinebanking Award der PASS Consulting Group erreichte die comdirect bank den ersten Rang in der Kategorie Brokerage. Gleichzeitig wurde unsere Website von einer hochkarätigen Jury zum besten Online-Angebot für Wertpapiergeschäfte gekürt.

Zwei weitere Preise bestätigten die exzellente Marktpositionierung unserer beiden Ankerprodukte im Banking. In einem Produktvergleich durch Börse Online belegte unser Tagesgeld PLUS den ersten Rang bei klassischen Tagesgeldern. Aus einem vom Anlegermagazin EuroFinanzen durchgeführten Test von Online-Girokonten gingen wir ebenfalls als Testsieger hervor.

Marktoffensive
Die Marktoffensive im Rahmen von comvalue haben wir wie angekündigt im Geschäftsjahr 2007 deutlich intensiviert. Auf Basis des erfolgreichen Wachstums der Bank im ersten Halbjahr wurden für weitere Marketingkampagnen im dritten und vierten Quartal zusätzliche Mittel bereitgestellt.

Zentral beworben wurden die beiden Ankerprodukte im Kompetenzfeld Banking, das kostenlose Girokonto, das einen Euro pro Monat auszahlt, sowie das im November 2006 eingeführte Tagesgeld PLUS. Letzteres haben wir vorwiegend durch Anzeigen in Publikumszeitschriften sowie Schaltungen im Fernsehen beworben, während in Bezug auf das Girokonto ein höherer Anteil des Budgets auf stark frequentierte Online-Medien entfiel – hier mit einem besonderen Fokus auf Keyword-Advertising, also das stichwortbezogene Marketing über Internetsuchmaschinen.

Besonders hohe Aufmerksamkeitswerte erzielte die für das Tagesgeld PLUS eingesetzte „Zwei Welten Kampagne“, in der sich ein langsames Schlauchboot, das für niedrig verzinste Sparangebote steht, zu einem dynamischen Schnellboot wandelt. Zunehmend haben wir Sonderformate wie zehnsekündige Schaltungen im TV oder Printbeileger genutzt. Über Werbewirkungs- und Kreationstests und die anschließende mehrmalige Motivvariation haben wir die Werbeeffizienz auf hohem Niveau gehalten. Auch aktuelle Entwicklungen wurden flexibel aufgegriffen wie etwa die zeitnahe Anpassung der Verzinsung von Tagesgeld PLUS Einlagen nach der Anhebung der Leitzinsen.

Darüber hinaus haben wir Kooperationen mit Internetportalen und Produktanbietern fortgeführt und die Zahl unserer Partner durch die Zusammenarbeit mit AOL und GMX ausgebaut. Über die Kooperationen erreichen wir weitere Kundengruppen und machen diese auf das Produktspektrum der Bank aufmerksam.

Besonders erwähnenswert ist die im vierten Quartal gestartete Vertriebskooperation mit der Tchibo GmbH. Im Webshop Finanzen unter www.tchibo.de werden ein attraktiv verzinstes Tagesgeld, eine ebenfalls attraktiv verzinste Festgeldanlage über zwölf Monate sowie ein Fondssparplan auf fünf Top-Fonds ohne Ausgabeaufschlag angeboten. www.tchibo.de ist eine der am häufigsten besuchten eCommerce Websites in Deutschland und profitiert vom außerordentlich hohen Bekanntheitsgrad sowie der flächendeckenden Präsenz der Tchibo-Filialen.

Neben den auf Tagesgeld PLUS und Girokonto konzentrierten Marketingkampagnen haben wir überdies zeitlich begrenzte Kampagnen für spezielle Produkte oder Dienstleistungen durchgeführt. Hervorzuheben ist ein weiteres comdirect special, in dessen Rahmen sich 30.000 Interessenten einen Zinssatz von 6 % p.a. auf Festgeld bis zu einem Anlagebetrag von 5.000 Euro und für eine Laufzeit von sechs Monaten sichern konnten. Wer zusätzlich ein Depot eröffnete, erhielt als Starteinlage einen Fondsanteil im Wert von 50 Euro.

Von Anfang Oktober bis Mitte November 2007 war die comdirect bank zum zweiten Mal Partner des n-tv Depot- Checks. Die diesjährige Aktion stieß auf noch größere Resonanz als das vergleichbare Format im Vorjahr. Die Eingabe der Depotwerte war bequem über das Internet möglich. Das ausführliche und kostenlose Gutachten, das die Teilnehmer im Rahmen des Depot-Checks erhielten, basiert auf der mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Portfoliotheorie von Harry M. Markowitz. Für die darin enthaltenen Hinweise zur Depotoptimierung unter Rendite- und Risikogesichtspunkten wird auf die kontinuierlich qualitätsgeprüfte Auswahl der FondsDiamanten (hier) zurückgegriffen, sodass die Optimierung der Teilnehmerdepots sogar ohne Ausgabeaufschlag möglich ist. Auf Wunsch schließt sich eine persönliche Beratung durch die Experten der comdirect private finance an. Die Aktion wurde auf unterschiedlichen n-tv Sendeplätzen beworben.

Mit dem Ziel einer möglichst persönlichen Kundenansprache haben wir die Kampagnen und Kooperationen durch Messeauftritte und Veranstaltungen für Kunden und Interessenten begleitet. So präsentierten wir uns unter dem Motto „Ihr Geld kann mehr“ auf der führenden Anlegermesse Invest 2007 vor einem sehr großen und interessierten Publikum. Überdies waren wir Sponsor des beliebten Wettbewerbs trader2007. Mit Formaten wie der Investors Tour, Trader Tour, Rohstoff Tour oder der Osteuropa Tour haben wir Portfolio- und Trading-Strategien und hierzu passende Tradingfunktionalitäten der comdirect Website präsentiert. Die Veranstaltungen fanden in Zusammenarbeit mit Börsenbetreibern, Banken und Verlagen statt. Versierte Anleger konnten sich darüber hinaus im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe mit BNP Paribas über die technische Analyse informieren.

Im direkten Kontakt mit Kunden gewinnen wir wichtige Erkenntnisse über deren Bedürfnisse, die wir für den noch besseren Zuschnitt unseres Angebots auf die jeweiligen Bankkundentypen nutzen. Unser Zielgruppen- und Produktwissen bauen wir ebenfalls über kontinuierliche Marktforschung aus und nutzen dies für die weitere Verbesserung der Kundenansprache und das zielgerichtete Design künftiger Kampagnen.

Flankiert wurden Kampagnen und Direktkontakte durch maßgeschneiderte Print-Formate wie das mit dem Anlegermagazin FOCUS-MONEY herausgegebene Gemeinschafts- Spezial „Verdient Ihr Geld genug?“, das sich mit den unterschiedlichen Bankkundentypologien sowie maßgeschneiderten Anlagestrategien beschäftigte. Daneben haben wir unsere Kunden aktuell und fundiert über unser Kundenmagazin compass sowie den Newsletter compact informiert. Der E-Mail-Newsletter compact wurde beim diesjährigen Wettbewerb „Best of Corporate Publishing“ mit der Silbermedaille prämiert.

Produktoffensive
Während sich die Marktoffensive zu einem großen Teil auf das Kompetenzfeld Banking konzentriert, steht in der Produktoffensive das Brokerage – und hier sowohl das Trading als auch unser Angebot für den systematischen Vermögensaufbau mit Wertpapieren – im Vordergrund.

Nach der erfolgreichen Einführung der Kombinationsorder One Cancels Other im Vorjahr haben wir die Orderfunktionalitäten im Jahr 2007 um die Next Order erweitert. Mit dieser innovativen Kombinationsorder können Trader zwei börsliche Orders so miteinander verknüpfen, dass die zweite Order nach Ausführung der ersten automatisch platziert wird. Next Order eignet sich beispielsweise zur Risikoabsicherung in volatilen Märkten oder zur automatischen Gewinnrealisierung im Intraday Trading und unterstützt die Trader so in der Umsetzung ihrer Handelsstrategien.

Für unseren außerbörslichen Handel (LiveTrading) haben wir im Juni 2007 sechs neue Handelspartner gewonnen und deren Gesamtzahl auf 28 erhöht. Damit deckt unsere Plattform für schnelle, börsenzeitenunabhängige und kostengünstige Wertpapiertransaktionen die außerbörslich tätigen Emittenten nahezu vollständig ab. Den Kunden bietet sich so ein noch umfangreicheres Produktspektrum von Hebel- und Anlageprodukten, unter anderem auf Aktien, Zinsen, Credits und Rohstoffe. Bereichert wurde das Angebot beispielsweise durch zusätzliche Garantie- und Value-Zertifikate der neu angebundenen Emittenten.

Über insgesamt 16 No-Fee-Aktionen haben wir unseren Kunden im LiveTrading den gebührenfreien Handel mit ausgewählten Hebel- und Anlageprodukten ermöglicht, darunter beispielsweise mit Aktienanleihen und Indexprodukten.

Ein neues zentrales Produkt für Fondsinvestoren sind die im zweiten Quartal 2007 gestarteten FondsDiamanten. 15 Top-Fonds, die in ihrer jeweiligen Vergleichsgruppe zu den besten Produkten gehören und alle wichtigen Anlageregionen beziehungsweise Fondskategorien für ein Basisinvestment umfassen, sind ab einer Einmalanlage von 1.000 Euro dauerhaft ohne jeglichen Ausgabeaufschlag erhältlich. Die vierteljährlich überprüfte Auswahl orientiert sich an der Performance in der jeweiligen Vergleichsgruppe und der Bewertung durch führende Rating-Agenturen. Dank der quartalsweisen Überprüfung profitieren die Kunden von einer dauerhaft attraktiven Auswahl. Die FondsDiamanten zählen zu den führenden Angeboten im Markt und untermauern die Position der comdirect bank als „Fondsbroker des Jahres“ in namhaften Anbietervergleichen.

Für unser fest & fonds Angebot, bei dem die Anlagesumme je zur Hälfte in Fonds und Festgeld angelegt wird, haben wir die Auswahl der zehn Top-Fonds aktualisiert. Diese sind zur Hälfte des regulären Ausgabeaufschlags erhältlich. Zusätzlich konnten bei Abschluss bis Mitte Februar 2008 attraktive 7 % Festgeldzinsen gesichert werden.

Mit dem Erfolgsformat „Fonds des Monats“ hat die comdirect bank auch im Jahr 2007 wieder eine Auswahl unterschiedlichster Fondskategorien von renommierten Anbietern zu deutlich reduzierten Ausgabeaufschlägen offeriert. Die Aktion wird seit Mai 2007 zusätzlich mit einem Videobeitrag zum Profil und zur Anlagestrategie des jeweiligen Fonds auf der Internetseite verknüpft. Diese Beiträge werden exklusiv von n-tv für comdirect produziert. Im Rahmen der Anfang des Jahres gestarteten Reihe „Zertifikate-Trend des Monats“ waren Zertifikate von Barclays, DWS, HSBC, HypoVereinsbank, Merrill Lynch, Sal. Oppenheim und Vontobel zu besonders günstigen Konditionen erhältlich.

Wertpapiersparpläne spielen für die langfristige Vermögensbildung unserer Kunden eine immer größere Rolle. Daher legen wir auch hier großen Wert auf die Verbesserung und Verbreiterung des zugrunde liegenden Wertpapierspektrums. Im Berichtsjahr haben wir das Angebot an sparplanfähigen Investmentzertifikaten auf mehr als 100 verdoppelt – dies mit einem Schwerpunkt auf Anlagestrategien, die nicht in vollem Umfang durch Fonds abgedeckt werden. Im Rahmen einer halbjährigen No-Fee-Aktion, die Mitte Oktober 2007 gestartet wurde, können alle Zertifikatesparpläne sämtlicher Emittenten ohne jegliche Gebühren neu eingerichtet werden. Ein weiterer großer Schritt neben der Verdopplung der sparplanfähigen Zertifikate war die Einführung von Sparplänen auf 24 ETF-Indexfonds im Dezember 2007. Eine Besonderheit ist, dass Fonds, Zertifikate und ETF-Indexfonds in einem Sparplan kombinierbar sind. Hiermit geben wir unseren Kunden Gelegenheit, systematisch Vermögen unter Nutzung der im Trend liegenden, kostengünstigen ETFs aufzubauen.

Im Banking haben wir das Girokonto durch einen neuen Service noch attraktiver gestaltet: Seit November 2007 können Kunden mit ihrer VISA-Karte an mehr als 900.000 Geldautomaten in über 100 Ländern gebührenfrei Bargeld abheben. Hinzu kommt die kostenlose Bargeldverfügung mit der ec-/ Maestro-Karte an rund 7.000 Geldautomaten im Inland.

Ein besonderer Fokus der Produktoffensive lag auf der so genannten „Online Convenience“. Zielsetzung ist dabei, die Nutzung unseres Angebots so bequem wie möglich zu gestalten, den Kunden ein höchstmögliches Maß an Transparenz zu bieten und manuelle Prozesse durch Nutzung von Online-Funktionen zu automatisieren.

Beispiele aus dem Jahr 2007 sind

  • die laufende Kontoaktualisierung, mit der wir einen häufig geäußerten Kundenwunsch in die Tat umgesetzt haben. Geldeingänge, Überweisungen und Lastschriften werden rund um die Uhr gebucht und umgehend angezeigt.
  • die neue Möglichkeit unserer Kunden, für Überweisungen in das In- und Ausland individuell Betragsobergrenzen zu konfigurieren.
  • der neue Überweisungsassistent für eine noch bequemere und weniger fehleranfällige Bezahlung beim Online-Shopping. Daten der Zahlungsaufforderung werden aus der E-Mail des Verkäufers automatisch in die Inlands-Überweisungsmaske kopiert.
  • ein Kombinationsangebot, das kostenloses Girokonto mit attraktiver Guthabenverzinsung auf dem Tagesgeld PLUS kombiniert und die zeitgleiche Eröffnung beider Konten über ein- und denselben Prozess ermöglicht. Kundendaten müssen dabei nur noch einmal eingegeben werden.

Hinzu trat im Februar 2007 die Möglichkeit, Freistellungsaufträge online zu erteilen. Dies erspart der comdirect bank und ihren Kunden das Ausfüllen, Auswerten und Versenden von Papierformularen und erleichtert zugleich den Prozess der Kontoeröffnung. Ähnliche Vorteile sind mit der Ende 2007 erfolgten Einführung des Online-Bezugsrechtshandels verbunden. Die Abwicklung von Kapitalerhöhungen wird auf diese Weise wesentlich erleichtert. Der Kunde findet alle erforderlichen Informationen in seiner elektronischen Postbox und kann online Weisungen erteilen.

Eine für alle Kunden erlebbare Produktinnovation war die Optimierung unseres Internetauftritts, die wir unter den Leitbegriff „Simplexity“ – eine Kombination aus Einfachheit (Simplicity) und Komplexität (Complexity) – gestellt haben. Ziel war, das komplexe Leistungsspektrum der comdirect bank so einfach wie möglich darzustellen, die Kompetenzfelder übersichtlich zu gliedern und die Kunden entsprechend ihrer jeweiligen Bedürfnisse ohne Umweg zu den passenden Angeboten zu navigieren. Durch das moderne Design und die klare Produktpräsentation werden die unterschiedlichen Kundenmotive nun noch direkter angesprochen. Hierfür haben wir auf so genannte Usability Tests – Blickbewegungsstudien mit Nutzern der Website – sowie Online-Befragungen zurückgegriffen. Für das innovative Verfahren, nach dem die Navigationsstruktur weiterentwickelt wurde, erhielt die comdirect den „Best Session Award“ auf der Fachkonferenz „Mensch und Computer“ in Weimar.

Mit 170 Mio. Seitenzugriffen im Monat ist die Internetseite von comdirect weiterhin mit deutlichem Abstand die meistbesuchte Finanzwebsite in Deutschland.

Service und Infrastruktur
Eine anhaltend hohe Qualität im Kundenservice und eine leistungsfähige Infrastruktur sind ebenso wichtige Erfolgskriterien für die Bank wie Breite und Qualität des Produktspektrums. Wir wollen unsere Kunden umfassend sowie kompetent betreuen und ihnen die bestmögliche Technologie zur Verfügung stellen. Eine hohe Kundenzufriedenheit resultiert in einer geringen Wechselbereitschaft und langfristigen Kundenbeziehungen.

Im Kundenservice ist die comdirect bank mit der konsequenten Digitalisierung aller Geschäftsvorgänge einen großen Schritt in Richtung einer noch effizienteren Bearbeitung von Kundenanfragen gegangen. Seit November 2007 stehen auch Briefe und Faxe digital zur Verfügung und werden entsprechend ihrer Priorität digital an die Arbeitsplätze der Servicemitarbeiter gelenkt. Im Zusammenhang damit wurden sämtliche Bestandsdokumente unter Berücksichtigung hoher Datenschutzstandards in digitale Kundenakten umgewandelt; die laufende Archivierung erfolgt automatisiert. Wesentlicher Vorteil ist, dass Kundenanfragen schneller beantwortet werden können.

Die Servicekennzahlen im Geschäftsjahr 2007 belegen die hohe Leistungsfähigkeit. Trotz eines Anstiegs der Kundenkontakte um 11,1 % auf 2,47 Mio. wurden die bereits hohen Servicelevel des Vorjahres übertroffen. Rund 81 % (Vorjahr 80 %) aller einlaufenden Telefonate hat der Kundenservice innerhalb von 30 Sekunden beantwortet. Bei E-Mail-Anfragen wurde die Antwortszeit um rund ein Drittel verkürzt.

Wie im Vorjahr hat die comdirect bank sehr hohe Servicelevel bei der Betreuung ihrer Top-Kunden (comdirect first) erreicht. Hier wurden erneut über 90 % aller eingehenden Telefonate innerhalb von 15 Sekunden entgegengenommen. comdirect first steht allen Kunden mit mindestens 125 Trades pro Halbjahr, 500.000 Euro Vermögenswerten oder einem monatlichen Geldeingang von mindestens 10.000 Euro auf dem Girokonto offen.

Erreichbarkeit, Freundlichkeit, Lösungsorientierung und Kompetenz der Servicemitarbeiter wurden von den am Telefon oder per E-Mail befragten Kunden wie im Vorjahr durchschnittlich mit gut oder besser beurteilt. In die Erhebung waren 2.800 Kunden einbezogen.

Die Mitarbeiterzahl im Service erhöhte sich im Jahr 2007 um 8,9 % und damit weniger stark als die zu bewältigenden Kundenkontakte. Die weiter verbesserte Effizienz im Service leistete einen Beitrag zur Begrenzung der Verwaltungsaufwendungen (hier).

Die Effizienzsteigerung im Kundenservice bedarf einer besonders leistungsfähigen Infrastruktur. Wesentliche Infrastrukturprojekte im Berichtsjahr waren die Digitalisierung der Geschäftsvorgänge sowie die Anfang 2008 abgeschlossene Installation und Systemintegration einer neuen Telekommunikationsanlage einschließlich Sprachcomputer und Sprachaufzeichnung. Damit steht eine deutlich weiterentwickelte technische Basis für die Medienintegration im Kundenservice zur Verfügung.

Das im Rahmen von comvalue intensivierte Strategieprogramm comIT zur Neuentwicklung und Vereinheitlichung der IT-Architektur und zur Verbesserung interner Prozesse haben wir fortgeführt. Unter anderem können nun Tagesendverarbeitungen und Online-Funktionen einheitlich auf Basis der Java-Technologie weiterentwickelt und neue Anwendungen schnell in das vorhandene Website-Angebot integriert werden. Hier haben wir mit der Einführung des Online-Bezugsrechtshandels bereits einen ersten Meilenstein erreicht. Bei der Prozessoptimierung orientieren wir uns an den internationalen Standards CMMI (Capability Maturity Model Integration) zur Beurteilung des Reifegrads der Anwendungsentwicklung sowie ITIL (IT Infrastructure Library) zur Standardisierung der Kernprozesse im IT-Servicemanagement.

Mit dem Ziel, eine noch stabilere Systemperformance zu gewährleisten, haben wir die IT-Infrastruktur ausgebaut und unter anderem die Webserver aufgerüstet. Ein neues Planungstool erlaubt uns die exaktere Prognose der erforderlichen Serverkapazität für das jeweils nächste Geschäftsjahr.

Spezielle Infrastrukturprojekte im Geschäftsjahr 2007 betrafen die technische Umsetzung der aus dem Finanzmarktrichtlinie- Umsetzungsgesetz resultierenden regulatorischen Anforderungen, die Realisierung der laufenden Kontoaktualisierung bei Girokonten sowie die Einführung der Tradingfunktionalität Next Order. Zur Unterstützung der immer zielgenaueren Produktkampagnen hat das IT-Team überdies damit begonnen, die Abläufe innerhalb der virtuellen Business-Intelligence Organisation rund um das Data Warehouse strukturell zu verbessern.

Die in Anlehnung an CMMI entwickelte aggregierte Kennzahl zur Messung des Projekterfolgs in der IT bewegte sich im Geschäftsjahr entlang ihres Zielpfads von rund 90 %. Diese Erfolgsquote setzt sich aus der Einhaltung von Zeitund Budgetvorgaben, aus der Fehlerquote nach Abschluss des Projekts sowie der Zufriedenheit der Auftraggeber zusammen.

Kunden

Kundenzahl und -struktur
Die comdirect bank hat im Geschäftsjahr 2007 die Grenze von einer Million Kunden überschritten. Zum Jahresende waren wir Finanzpartner für insgesamt 1.000.722 moderne Anleger, das waren 24,4 % mehr als im Vorjahr (804.690 Kunden). Den Zuwachs des Jahres 2006 hat die comdirect bank um 47.406 übertroffen. Hierbei muss zusätzlich berücksichtigt werden, dass der Vorjahreswert die Übernahme von mehr als 43.000 Kunden der American Express Bank enthielt. Bei isolierter Betrachtung des organischen Kundenwachstums errechnet sich ein Plus von mehr als 85 % gegenüber dem Wachstum des Vorjahres.

Höchsten Anteil am erfolgreichen Neukundenwachstum hatten die auf Tagesgeld PLUS und Girokonto fokussierten Marketingkampagnen. Die Kooperationen mit Internetportalen und Produktanbietern entwickelten sich ebenfalls erfolgreich. Immer bedeutender wird zudem die Empfehlungsbereitschaft unserer Kunden. Über das Programm „Kunden werben Kunden“ haben wir im Jahr 2007 etwa doppelt so viele Neukunden gewonnen wie im Vorjahr. Weiterer Wachstumstreiber waren zeitlich befristete Produktkampagnen wie insbesondere das comdirect special, in dessen Rahmen sich bis zu 30.000 Neukunden 6 % p.a. Festgeldzinsen sichern konnten.

Zugleich ist es der comdirect bank gelungen, einen immer größeren Teil ihrer Kunden durch ein überzeugendes Produkt- und Serviceangebot und den immer stärkeren Erstbankcharakter langfristig an sich zu binden. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Kündigerquote trotz intensivierten Wettbewerbs bei Girokonten und Zinsprodukten weiter reduziert. Hier wirkte sich unter anderem die jeweils zeitnahe Anpassung der Einlagenzinsen nach Leitzinserhöhungen aus.

Im Geschäftsfeld comdirect online (Brokerage und Banking) zählten wir zum Jahresende 996.599 Kunden (Vorjahr 802.102 Kunden). Im Geschäftsfeld comdirect offline (Beratung) haben wir die Kundenzahl um 62,2 % auf 32.469 (Vorjahr 20.024) gesteigert. Mit ihren über 12.000 Neukunden liegt unsere Beratungstochter weiterhin über Plan.

Kundenaktivität
Über die Steigerung der Gesamtkundenzahl hinaus ist es der comdirect bank gelungen, ihre Kunden besser an sich und ihr Produktspektrum zu binden. Der Anteil der Kunden, die mindestens zwei Produkte nutzen, erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich: von 38 % auf 44 %. Hiervon wiederum nutzen rund 19 % mindestens drei Produkte der Bank.

Das starke Wachstum bei den Tagesgeld PLUS-Konten hat die Planungen der Bank um einiges übertroffen. Zum Jahresende 2007 hatte unser Ankerprodukt für die flexible und attraktiv verzinste kurz- bis mittelfristige Geldanlage bereits 400.414 (Vorjahr 66.840) Kunden gefunden. Der Kampagnendruck machte sich hier ebenso bezahlt wie das günstige Zinsumfeld. Ein signifikanter Anteil der Tagesgeld PLUS-Konten ist auf Cross-Selling-Effekte im Bestand, insbesondere bei Girokonto- und Depotkunden, zurückzuführen.

Die starke Nutzung des Tagesgeld PLUS durch Bestandskunden ging nicht zu Lasten unserer Festgeld- oder Laufzeiteinlagen. Zwar ging die Zahl der Festgeld- und Laufzeitkonten von 163.881 im Vorjahr auf jetzt 132.455 zurück, doch stieg das Einlagevolumen an. Unsere Strategie, auf dauerhaft attraktive Konditionen zu setzen und nach Leitzinsanhebungen der EZB zeitnah die Konditionen anzupassen, hat sich bezahlt gemacht (hier).

Ende 2007 führten wir für unsere Kunden 337.578 Girokonten, 77.244 Konten oder 29,7 % mehr als ein Jahr zuvor (260.334 Girokonten). Wegen des intensiveren Wettbewerbs bei Online-Girokonten und der stärkeren Bewerbung von Tagesgeld PLUS lag die Wachstumsrate erwartungsgemäß unter dem Vorjahr. Neben den Marketingkampagnen ist der Zuwachs zu einem hohen Maß auf Kooperationen sowie Cross-Selling-Effekte zurückzuführen.

Die Zahl der Wertpapierdepots hat sich stärker erhöht als erwartet und summierte sich zum Jahresende auf 645.893. Dies entspricht einem Plus von 6,6 % gegenüber Vorjahr (606.110 Wertpapierdepots). Ein Großteil des Zuwachses basiert auf Depoteröffnungen im Zusammenhang mit der Einrichtung eines Girokontos oder Tagesgeld PLUS-Kontos. Bei den Wertpapiersparplänen konnten wir an das erfreuliche Wachstum des Vorjahres anknüpfen. Ihre Zahl nahm um 24,4 % auf 150.196 (Vorjahr 120.723) zu. Hiervon entfielen 95,9 % (Vorjahr 94,7 %) auf Fondssparpläne. Die Maßnahmen gegen Ende des Vorjahres – nämlich die Verdopplung des Fondsangebots und die Halbierung der Sparrate auf 25 Euro – haben die Attraktivität unserer Sparpläne weiter erhöht. Hinzu kam im laufenden Jahr die Verdopplung des Angebots an sparplanfähigen Zertifikaten und die Einführung von Sparplänen auf ETF-Indexfonds. Wir verfügen damit über ein führendes Sparplanangebot im Markt und können vom Trend zum systematischen Vermögensaufbau überdurchschnittlich profitieren.

Die Produktdurchdringung – also die Nutzung einzelner Produkte im Verhältnis zur Gesamtkundenzahl – hat sich im Geschäftsjahr 2007 bei unseren wesentlichen Produkten erhöht. Ausnahme ist das Wertpapierdepot, dessen Zahlen im Vergleich zu den sehr stark wachsenden Ankerprodukten im Banking moderat, aber stetig zunehmen.

Kundenzufriedenheit
Die Zufriedenheitswerte unserer Kunden bewegten sich auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Die durch externe Marktforschungsinstitute ermittelte Kundenbindung weist besonders hohe Werte bei Girokonto und Tagesgeld PLUS aus. Dies bestätigt unsere Einschätzung, dass diese beiden Produkte für eine langfristige Kunde-Bank-Beziehung eine dominierende Bedeutung haben. Auch die Empfehlungsbereitschaft hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. Ergebnis der Kundenzufriedenheitsstudie ist darüber hinaus, dass ein großer Teil der Kunden einen spezifischen Vorteil in der Nutzung des comdirect Angebots im Vergleich zum Wettbewerb erkennt.

Kundenvermögen
Das Kundenvermögen – die Summe aus Depot-, Fondsund Einlagevolumen – hat im Jahr 2007 einen neuen Rekordstand erreicht. Zum Jahresende summierte es sich auf 20,37 Mrd. Euro und liegt um 24,3 % über Vorjahr (16,39 Mrd. Euro). Das durchschnittliche betreute Vermögen je Kunde betrug 20.358 Euro und hat sich gegenüber dem Vorjahreswert (20.364 Euro) kaum verändert.

Geschäftsverlauf im Brokerage

Vor dem Hintergrund des dynamischen Börsenumfelds haben unsere Kunden in der Umsetzung ihrer Handelsstrategien deutlich mehr Orders aufgegeben als im Vorjahr. Ihre Zahl erhöhte sich gegenüber dem bereits starken Vorjahreswert (11,02 Mio.) um 14,2 % auf 12,58 Mio. Hiervon haben wir 9,95 Mio. Orders ausgeführt – dies entspricht einem Anstieg um 16,1 %. Die Ausführungsquote lag bei 79,1 % (Vorjahr 77,8 %). Durchschnittlich entfielen auf jedes Depot 15,9 Orders (Vorjahr 14,7 Orders).

Auffällig war das durchgängig hohe Niveau der Trades im Jahresverlauf. Der sonst übliche Rückgang in den Sommermonaten blieb unter anderem wegen der besonders starken Volatilität infolge der Marktverwerfungen am USHypothekenmarkt aus.

Hinsichtlich der gehandelten Wertpapierarten hat sich das Gewicht weiter in Richtung der Zertifikate und Fonds verschoben. Dies korrespondiert mit der wachsenden Bedeutung von Vermögensbildung und Vorsorge über Wertpapiere im Brokerage. So hatte das monatliche Wertpapiersparen einen Anteil von 22,4 % (Vorjahr 20,6 %) an den Trades. 33,5 % (Vorjahr 38,0 %) entfielen auf Aktien, 21,8 % (Vorjahr 20,9 %) auf Zertifikate und 12,4 % (Vorjahr 10,5 %) auf Optionsscheine.

Trades nach Wertpapierarten (in %)
2007 2006
Aktien 33,5 38,0
Optionsscheine 12,4 10,5
Zertifikate* 21,8 20,9
Fonds* 9,1 9,0
Wertpapiersparpläne 22,4 20,6
Renten und sonstige 0,7 1,1
* ohne Wertpapiersparpläne

Die Wertpapierumsätze stiegen bedingt durch die höhere Orderzahl auf 52,47 Mrd. Euro (Vorjahr 46,85 Mrd. Euro) an – ein Plus von 12,0 %. Hingegen reduzierte sich das durchschnittliche Ordervolumen je ausgeführter Order leicht von 5.465 Euro auf 5.273 Euro. Ursächlich dafür ist vor allem der höhere Anteil des Wertpapiersparens, wo die einzelnen Trades ein durchschnittlich geringeres Volumen haben.

Das Depotvolumen (ohne Fonds) hat mit 8,67 Mrd. Euro zum Jahresende 2007 den bisherigen Rekordwert des Vorjahres (8,06 Mrd. Euro) nochmals übertroffen. Zu etwa 69,5 % (Vorjahr 35,0 %) geht der Anstieg des Depotvolumens auf Nettomittelzuflüsse zurück. Weiterer Grund für diese Entwicklung war das insgesamt höhere Kursniveau.

Auch das Fondsvolumen entwickelte sich positiv. Zum Jahresultimo lag es mit 4,02 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr (3,70 Mrd. Euro) um 8,6 % im Plus. Stabilisierend wirkten sich wie in den Vorjahren die regelmäßigen Einzahlungen auf Fondssparpläne aus.

Geschäftsverlauf im Banking

Im Kompetenzfeld Banking ist die comdirect bank in eine neue Größenordnung vorgestoßen. Das Einlagevolumen legte um 66,1 % auf 7,69 Mrd. Euro (Vorjahr 4,63 Mrd. Euro) zu. Damit repräsentierten die Einlagen bereits 37,7 % des Kundenvermögens. Mit dem höheren Einlagevolumen konnten wir wachsende Zinsüberschüsse erwirtschaften und die von den Trades unabhängigen Erträge steigern.

Den weitaus größten Anteil an der Entwicklung hatte das Tagesgeld PLUS, auf das zum Jahresende 2007 rund 42,5 % der Kundeneinlagen entfielen. Auf den Festgeld- und Laufzeitkonten ist das Volumen ebenfalls angestiegen. Der Erfolg hat seine Ursache in den dauerhaft attraktiven Zinsangeboten der comdirect bank. Nach den beiden Zinserhöhungen der EZB im März und im Juni 2007 haben wir unsere Konditionen jeweils zeitnah angepasst, sodass unsere Kunden schnell von den geänderten Rahmenbedingungen profitieren konnten. Im dritten Quartal haben wir trotz unveränderter Euro-Leitzinsen die Konditionen auf Laufzeitkonten für unsere Kunden weiter verbessert und so die günstige Situation am Geldmarkt genutzt. Bei unserem fest & fonds Angebot, das die Festgeldanlage mit einer Auswahl von zehn Top-Fonds kombiniert, haben wir die Festgeldzinsen mit sechs Monaten Laufzeit im Oktober sogar um einen ganzen Prozentpunkt auf 7 % angehoben.

Das Volumen der an unsere Privatkunden ausgereichten Kredite hat sich binnen Jahresfrist von 208,2 Mio. Euro auf 216,5 Mio. Euro erhöht. Sowohl Dispositionskredite auf Girokonten als auch Wertpapierkredite zeigten einen moderaten Anstieg. Auf Wertpapierkredite entfielen zum Bilanzstichtag 86,6 % (Vorjahr 88,7 %) des Kreditvolumens. Das Ratenkreditangebot hat keine Auswirkungen auf das Kreditvolumen der Bank, da wir hier ausschließlich als Vermittler auftreten. Dies gilt auch für das neue Baufinanzierungs-Angebot (hier).

Geschäftsverlauf in der Beratung

Das Kompetenzfeld Beratung hat im Geschäftsjahr 2007 weiter an Bedeutung für die Entwicklung der Gesamtbank gewonnen. Die Leistungen der comdirect private finance wurden über Aktionen wie den n-tv Depot-Check in Verbindung mit den FondsDiamanten sowie den besseren Zugang zum Beratungsangebot über die comdirect Website noch intensiver mit dem Online-Angebot der Bank verzahnt.

Die wesentlichen operativen Zielvorgaben für 2007 wurden übertroffen. Die Zahl der Geschäftsstellen erhöhte sich auf 27. Neun Geschäftsstellen haben wir neu eröffnet (s. Tabelle). Mit den Neueröffnungen hat die comdirect private finance vor allem ihre Präsenz in mittelgroßen Städten ausgebaut. Über die 27 Geschäftsstellen werden rund drei Viertel der comdirect bank Kunden erreicht; entscheidend hierfür ist eine Entfernung von weniger als 50 Kilometern zur nächstgelegenen Geschäftsstelle.

Neue Geschäftsstellen der comdirect private finance
Januar 2007 Münster
Februar 2007 Karlsruhe
April 2007 Bremen, Dresden
Juni 2007 Chemnitz
Juli 2007 Kassel
September 2007 Heidelberg
Dezember 2007 Aachen, Saarbrücken

Zum Jahresende 2007 wurde unser Beratungsangebot von 32.469 Kunden (Vorjahr 20.024 Kunden) in Anspruch genommen, entsprechend einem Zuwachs von 62,2 %. Die Zahl der Berater erhöhte sich im Jahresverlauf von 158 auf 202. Ein Berater war rechnerisch für 161 (Vorjahr 127) Kunden zuständig.

Das Geschäftsvolumen ist ebenfalls deutlich angewachsen. Die Provisionserträge bezifferten sich auf 23,0 Mio. Euro und übertrafen den Vorjahreswert (16,5 Mio. Euro) um 39,1 %.

Rund 55 % der Erträge hat die comdirect private finance mit der Vermittlung von Produkten für die private Altersvorsorge erwirtschaftet. Wie in der Versicherungswirtschaft insgesamt legte dabei der Anteil der staatlich geförderten Riester- und Rürup-Renten spürbar zu. Bei den Riester- Renten nahm dabei der Anteil fondsgebundener Produkte zu. Darüber hinaus gewannen private Rentenversicherungen für das Vermittlungsgeschäft an Bedeutung. Insgesamt entfielen rund 76 % auf die drei Vertragsarten. Der Anteil klassischer Lebensversicherungsverträge ging weiter zurück.

Die Vermittlung von Kapitalanlageprodukten, vor allem Investmentfonds, und von Beteiligungen an renditeorientierten geschlossenen Fonds hatte im Geschäftsjahr 2007 erneut einen hohen Stellenwert. Beide Produktbereiche steuerten insgesamt 31 % zu den Provisionserträgen bei. Das Gewicht verschob sich dabei etwas zu den Geldanlageprodukten. Hier fanden im Anschluss an den n-tv Depot-Check im Vorjahr etliche Beratungsgespräche statt, die in neue Kundenbeziehungen und Portfolioumschichtungen mündeten. Am zweiten n-tv Depot-Check im vierten Quartal 2007 nahmen mehr als 24.000 Anleger teil. Auch hiervon wird ein Teil der Kunden erfahrungsgemäß weiterführende Beratung in Anspruch nehmen, um das Portfolio über ein individuelles Gutachten unter Berücksichtigung der persönlichen Risikobereitschaft und der jeweiligen Lebenssituation zu optimieren.

9 % der Provisionserträge erwirtschaftete die comdirect private finance über die Vermittlung von Produkten der comdirect bank im Kompetenzfeld Banking. Von Bedeutung sind in diesem Zusammenhang vor allem das Girokonto und das Tagesgeld PLUS-Konto.

Zahlreiche weitere Berater haben bis zum Jahresende 2007 eine Qualifizierung zum zertifizierten Depotberater abgeschlossen. Diese hochwertige Ausbildung führt die comdirect private finance in Kooperation mit dem Institut für Vermögensaufbau durch. In Ergänzung dazu haben einige Berater eine berufsbegleitende Ausbildung absolviert, um die erhöhten Anforderungen der Versicherungsvermittlungsrichtlinie in vollem Umfang zu erfüllen. Die comdirect private finance hat sich darüber hinaus auf die anstehende Neuregelung des Versicherungsvertragsgesetzes vorbereitet (hier).