Finanz- und Vermögenslage

Die Finanz- und Vermögenslage der Bank war auch im Geschäftsjahr 2007 durch eine komfortable Eigenkapitalausstattung und eine jederzeit hinreichende Liquidität geprägt. Die Aufwendungen für das Wachstumsprogramm comvalue wurden erneut vollständig aus dem laufenden Cashflow finanziert.

Investitionen

Wie im Vorjahr hatte das Wachstumsprogramm comvalue nur moderate Auswirkungen auf das Investitionsvolumen der Bank, da die Ausgaben erneut größtenteils unmittelbar aufwandswirksam waren.

Die bilanziellen Zugänge zum Anlagevermögen lagen mit 11,7 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 20,7 Mio. Euro. 11,5 Mio. Euro (Vorjahr 20,2 Mio. Euro) entfielen auf das Geschäftsfeld comdirect online und 0,3 Mio. Euro (Vorjahr 0,5 Mio. Euro) auf das Geschäftsfeld comdirect offline. Den Investitionen standen Abschreibungen in Höhe von 10,1 Mio. Euro (Vorjahr 9,7 Mio. Euro) gegenüber.

Den immateriellen Vermögensgegenständen gingen 6,4 Mio. Euro zu. In dieser Summe sind unter anderem Aufwendungen für den Relaunch der comdirect Website und die Erweiterung von Internetfunktionalitäten enthalten. Der Vorjahreswert von 16,2 Mio. Euro war in hohem Maße durch den Erwerb des Kundenstamms von der American Express Bank beeinflusst.

Die Zugänge bei den Sachanlagen lagen hingegen mit 5,3 Mio. Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres (4,4 Mio. Euro). Eine umfangreiche Investition war die neue Telekommunikationsanlage der comdirect bank. Darüber hinaus sind Ausgaben für den kontinuierlichen Ausbau der IT-Infrastruktur und -Architektur enthalten.

Wesentliche finanzielle Folgepflichten aus laufenden Investitionsprojekten bestehen für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 nicht.

Vermögenswerte und Finanzierung

Bilanzstruktur
Die Konzernbilanz hat sich infolge des höheren Einlagevolumens auf 8,23 Mrd. Euro verlängert (Vorjahr 5,30 Mrd. Euro). 7,69 Mrd. Euro (Vorjahr 4,63 Mrd. Euro) entfallen auf Verbindlichkeiten gegenüber Kunden. Dies entspricht 93,5 % der Bilanzsumme (Vorjahr 87,3 %).

Durch die starke Inanspruchnahme von Tagesgeld PLUS hat sich die Einlagenstruktur nach Restlaufzeiten (hier) zu den kürzeren Laufzeiten verschoben. Zum Bilanzstichtag 2007 waren 76,2 % (Vorjahr 67,1 %) der Kundeneinlagen täglich fällig. 18,9 % (Vorjahr 26,7 %) weisen eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten und 4,9 % (Vorjahr 6,2 %) längere Restlaufzeiten auf.

Mit den Kundeneinlagen korrespondieren auf der Aktivseite die Forderungen an Kreditinstitute sowie der Beteiligungs- und Wertpapierbestand. Wegen der Zinsentwicklung und des hohen Anteils von Tagesgeld PLUS Einlagen haben wir einen Teil des Einlagevolumens kurzfristig am Geldmarkt angelegt. Die Forderungen an Kreditinstitute erhöhten sich dadurch um 64,5 % auf 4,81 Mrd. Euro (Vorjahr 2,92 Mrd. Euro). Hiervon wiesen 85,1 % (Vorjahr 73,8 %) Restlaufzeiten von höchstens drei Monaten auf. Der Beteiligungs- und Wertpapierbestand, der sich im Wesentlichen aus Pfandbriefen, Bankschuldverschreibungen und Inhaberschuldverschreibungen von Kreditinstituten zusammensetzt, wuchs um 44,4 % auf ein Volumen von 2,95 Mrd. Euro (Vorjahr 2,04 Mrd. Euro).

Zur Absicherung von Marktwertschwankungen einzelner Grundgeschäfte hat die comdirect bank Zinsswap-Vereinbarungen abgeschlossen. Einschließlich Zinsabgrenzungen ergaben sich zum Stichtag positive Marktwerte (Fair Values) aus derivativen Sicherungsinstrumenten in Höhe von 1,8 Mio. Euro (Vorjahr 3,2 Mio. Euro) und – wie im Vorjahr – negative Marktwerte in Höhe von 0,7 Mio. Euro. Das Nominalvolumen der Grund- und Sicherungsgeschäfte betrug zum 31. Dezember 2007 jeweils insgesamt 173,0 Mio. Euro (Vorjahr 233,0 Mio. Euro).

Die comdirect bank weist einen positiven Marktwert (Fair Value) aus Handelsderivaten in Höhe von 13,0 Mio. Euro (Vorjahr 0,3 Mio. Euro negativer Marktwert) aus. Hintergrund sind die zur Zinssteuerung eingesetzten Zinsswap- Transaktionen im Zusammenhang mit den Kundeneinlagen aus dem Tagesgeld PLUS. Das Nominalvolumen dieser Geschäfte belief sich zum 31. Dezember 2007 auf 600,0 Mio. Euro (Vorjahr 400,0 Mio. Euro).

Im leichten Anstieg der Forderungen an Kunden um 4,0 % auf 216,5 Mio. Euro (Vorjahr 208,2 Mio. Euro) kommt das höhere Volumen an Wertpapier- und Dispositionskrediten zum Ausdruck.

Eigenkapital
Das Eigenkapital des comdirect bank Konzerns belief sich zum Bilanzstichtag 2007 auf 478,2 Mio. Euro gegenüber 620,3 Mio. Euro im Vorjahr. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Ausschüttung der Dividende des Geschäftsjahres 2006 im Geschäftsjahr 2007 zurückzuführen. Sie beinhaltete eine Sonderdividende in Höhe von 140,8 Mio. Euro, die der Kapitalrücklage entnommen wurde.

Darüber hinaus wirkte sich die Entwicklung der Neubewertungsrücklage aus. Nach – 2,9 Mio. Euro zum Bilanzstichtag 2006 betrug sie nun – 7,9 Mio. Euro. Wesentliche Ursache ist die negative Wertveränderung von Anleihen aufgrund von Zinsänderungen sowie einer Ausweitung der Credit Spreads und Liquiditätsprämien, die erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage abgebildet ist. Die comdirect bank ist über einen ihrer Spezialfonds in geringem Umfang in forderungsbesicherte Wertpapiere investiert. Hierbei handelt es sich ausschließlich um europäische Kredite. Vor dem Hintergrund der Unternehmenssteuerreform haben wir eine Neubewertung der aus dem Wertpapierbestand der Kategorie Available for Sale resultierenden aktiven Steuerlatenzen durchgeführt, die sich ebenfalls negativ auf die Neubewertungsrücklage auswirkte.

Die nach BIZ kalkulierten Eigenmittel beliefen sich per 31.12.2007 auf 420 Mio. Euro (Vorjahr 563 Mio. Euro). Die gewichteten Risikoaktiva nach BIZ erhöhten sich auf 1.963 Mio. Euro (Vorjahr 1.378 Mio. Euro).

Im Rahmen des auslaufenden Aktienoptionsprogramms hat die comdirect bank – letztmalig im Geschäftsjahr 2004 – insgesamt 3.104.580 Bezugsrechte an Mitarbeiter ausgegeben. Bis zum Bilanzstichtag 2007 waren davon 1.609.992 Bezugsrechte verfallen. Ausgeübt wurden bislang 720.815 Optionen, davon 396.643 im Geschäftsjahr 2007. Das gezeichnete Kapital erhöhte sich dadurch im Berichtsjahr um 396.643 Euro auf 141.220.815 Euro. Der gemäß Aktienoptionsprogramm im Einzelnen festgelegte, den rechnerischen Nennwert übersteigende Betrag des Bezugspreises wurde in die Kapitalrücklage eingestellt.

Rückstellungen
Das Volumen der Rückstellungen belief sich zum 31. Dezember 2007 auf 18,2 Mio. Euro (Vorjahr 20,2 Mio. Euro). Eine detaillierte Aufstellung der Rückstellungen befindet sich in Note (53).

Kapitalflussrechnung

Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit in Höhe von 322,0 Mio. Euro (Vorjahr 124,2 Mio. Euro) wurde wie im Vorjahr vor allem durch die wachsenden Kundeneinlagen und deren Wiederanlage am Kapitalmarkt bestimmt. Dem Kapitalzufluss aus Kundeneinlagen in Höhe von 3,05 Mrd. Euro (Vorjahr 1,90 Mrd. Euro) steht ein Anstieg der Forderungen an Kreditinstitute sowie des Wertpapierbestands in vergleichbarer Höhe gegenüber.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit war mit – 11,7 Mio. Euro wie im Vorjahr (– 11,3 Mio. Euro) leicht negativ.

Die Mittelabflüsse aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von – 194,8 Mio. Euro (Vorjahr – 33,4 Mio. Euro) sind auf die Auszahlung der Rekorddividende im zweiten Quartal 2007 zurückzuführen.

Unter anderem zur Erfüllung höherer Mindestreserveanforderungen aufgrund des Einlagenwachstums hält die comdirect bank zum Bilanzstichtag eine Barreserve von 198,4 Mio. Euro (Vorjahr 82,9 Mio. Euro) vor.

Einlagensicherung

Die comdirect bank AG ist Mitglied des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken e.V., über den jeder Kunde zum Bilanzstichtag 2007 bis zu einer Einlagenhöhe von 162,6 Mio. Euro abgesichert war. Darüber hinaus besteht eine Mitgliedschaft der comdirect bank AG bei der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH.

Mehrjahresübersicht

Wesentliche Kennzahlen der comdirect bank sind in einer Mehrjahresübersicht dargestellt.