Risikobericht

Liquiditätsrisiken

Risikosteuerung, -quantifizierung und -reporting
Für die Liquiditätsdisposition ist in der comdirect bank das Treasury verantwortlich. Um einem möglichen Liquiditätsabzug durch Kunden Rechnung zu tragen, wird ein angemessen hohes Volumen in täglich fälligen Geldern vorgehalten. Bei den Wertpapieren der Liquiditätsreserve handelt es sich um Positionen, die kurzfristig veräußert werden können. Die Refinanzierungsrisiken sind begrenzt, da sich die comdirect bank primär über Kundeneinlagen refinanziert. Ferner kann eine unmittelbare Refinanzierung über die Deutsche Bundesbank erfolgen. Bei der Auswahl neuer Handelsinstrumente legt die comdirect bank besonderen Wert auf die Bonität der Emittenten, die jeweilige Fungibilität der Produkte und die im Verhältnis zum Risiko erwartete Rendite.

Zur Begrenzung des Liquiditätsrisikos orientieren wir uns auch an den Anforderungen des Grundsatzes II.

Aktuelle Risikosituation
Im Berichtsjahr lag die regulatorische Grundsatzkennziffer II (Liquiditätsgrundsatz) im Durchschnitt bei 3,23 und jederzeit deutlich über dem aufsichtsrechtlich erforderlichen Mindestwert von 1. Die Liquiditätskennziffer errechnet sich aus der Gegenüberstellung der kurzfristigen Zahlungsmittel und -verpflichtungen mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr.

Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt zusätzlich zu den aufsichtsrechtlich geforderten Kennziffern über ein Limitsystem auf Basis der errechneten verfügbaren Liquidität (Available Net Liquidity Concept). Der zukünftige Refinanzierungsbedarf wird anhand der in die Zukunft kumulierten verfügbaren Liquidität ermittelt – ergänzt um die erwarteten Liquiditätswirkungen geschäftspolitischer und kundenverhaltensorientierter Entscheidungen. Dabei wird die Available Net Liquidity sowohl für ein Basisszenario unter Berücksichtigung der aktuellen Marktbedingungen als auch für Stressszenarien ermittelt und überwacht.