Ausblick

Erwartete wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Annahmen hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2008 und darüber hinaus sind derzeit mit vergleichsweise großen Unsicherheiten behaftet.

Marktentwicklung
Im Jahreswirtschaftsbericht 2008 geht die Bundesregierung davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2008 preisbereinigt um rund 4 % wachsen wird und damit etwas langsamer als in den Vorjahren. Auch für Deutschland wird eine Fortsetzung des Aufschwungs vorausgesagt, allerdings mit einer verminderten Wachstumsrate von 1,7 %. Risiken bestünden unter anderem in einer konjunkturellen Abkühlung in den USA, einer weiteren Euro-Aufwertung sowie der Ölpreisentwicklung.

Die Europäische Zentralbank hat in den zurückliegenden zwei Jahren den Leitzins insgesamt in sieben Schritten auf zuletzt 4 % erhöht. Aufgrund der Marktverwerfungen in Folge der Korrektur am US-Hypothekenmarkt und daraus resultierender Rezessionsängste hat die amerikanische Notenbank den US-Leitzins im Januar 2008 in zwei Schritten von 4,25 % auf 3 % gesenkt. Die Europäische Zentralbank hat hingegen bekräftigt, den Leitzins für die Eurozone weiterhin aufgrund von Inflationsrisiken zunächst unverändert bei 4 % zu belassen. Einige Marktbeobachter, z.B. Volkswirte großer Banken, und auch Marktteilnehmer erwarten in diesem Jahr Zinssenkungen. In beiden Szenarien gehen wir von grundsätzlich günstigen Rahmenbedingungen für das Banking aus.

Die Rahmenbedingungen für das Brokerage sind derzeit nicht vollumfänglich abschätzbar. Noch zum Jahresende erwarteten viele Aktienstrategen einen Anstieg der relevanten Indizes; nach der negativen Kursentwicklung im Januar 2008 haben einige Marktteilnehmer ihre Prognosen korrigiert. Das Handelsvolumen wird unter anderem von den Marktvolatilitäten abhängen. Ein positiver Einfluss auf die Handelsaktivität wird aufgrund der ab 2009 geltenden Abgeltungsteuer erwartet, da viele Wertpapierbesitzer im Vorfeld Umschichtungen in ihren Depots vornehmen dürften.

In der Beratung rechnen wir mit weiterhin günstigen Marktvorgaben. Die deutschen Lebensversicherer gehen von einem Beitragswachstum von 2 % und einer anhaltend starken Nachfrage nach Riester- und Rürup-Produkten sowie Rentenversicherungen aus.

Branchenentwicklung
Nach unserer Einschätzung werden sich die günstigen Trends im Geschäftsjahr 2008 fortsetzen: Die Zahl der Nutzer von Onlinebanking dürfte weiter zulegen und ein größerer Teil dieses wachsenden Gesamtmarkts auf Direktbanken entfallen. Aufgrund des hohen Beratungsbedarfs, auch vor dem Hintergrund der Abgeltungssteuer, sehen wir besonders gute Chancen für unser Geschäftsmodell, das Brokerage, Banking und Beratung unter einem Dach anbietet.

Entwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen
Ab dem Jahr 2009 wird eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % auf Einkünfte aus Kapitalvermögen und private Veräußerungsgewinne erhoben. Ihr unterliegen Zinsen, Dividenden, Veräußerungsgewinne, Erträge aus Investmentfonds und aus Zertifikaten. Eine Spekulationsfrist gibt es dann nicht mehr. Wir rechnen damit, dass die künftige Steuer schon im Jahr 2008 das Anlegerverhalten signifikant ändern wird. So erwarten wir, dass die steueroptimierte Fondsanlage gegenüber der Investition in Einzelwerte an Bedeutung gewinnt. Hierauf richten wir uns mit unserem Produktspektrum ein.

Anfang 2008 ist die Neufassung des Versicherungsvertragsgesetzes in Kraft getreten. Es verbessert die Transparenz für Versicherungsnehmer. Vermittler haben die Pflicht, ihre Kunden umfassend zu beraten und dabei unter anderem auch alle Vertragsbestimmungen einschließlich der enthaltenen Abschluss- und Verwaltungskosten offenzulegen. Die Neuregelung könnte die Branchenkonsolidierung im Bereich der Finanz- und Vermögensberater beschleunigen. Gravierende Auswirkungen auf das Verhalten der Versicherungsnehmer oder die Akzeptanz von Versicherungsvermittlung erwarten wir hingegen nicht.